Mit ‘USA 2008’ getaggte Beiträge

Debatte #4

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Nacht- bzw. Frühschicht: ein debate recap ist bereits auf Telepolis zu lesen, bei zeit.de folgt im Laufe des Tages noch eine Blogschau (aus gegebenem Anlass: in der “Joe-the-Plumber”-Edition). Nach der Debatte folgt die McCain-Aktie dem gestrigen Trend an der Wallstreet:

(Screenshot via clusterstock.com, Live-Daten über intrade.com)

A Townhall Meeting about nothing?

Freitag, 10. Oktober 2008

Am Dienstag stand mit dem so genannten Townhall-Meeting in Nashville (Tennessee) ein neues Format auf dem Debattenkalender – diesmal herrschte keine kalte Studioatmosphäre, John McCain und Barack Obama begegneten sich im Kreise eines ausgesuchten Publikums aus demokratischen, republikanischen und unentschlossenen Wählerinnen und Wählern. Trotz des „Palin-Faktors“ hatte Barack Obama seit Beginn des Debattenzyklus die Führung in den Umfragen ausbauen können – damit war John McCain im Zugzwang: er hatte in den vergangenen Tagen eine „Verschärfung des Tones“ in seiner Wahlkampagne angekündigt, ein Vorhaben, das sich nicht gut mit dem „weicheren“ Gesprächsformat der Bürgerversammlung zu vertragen scheint.

Erstmals in der Debattengeschichte konnte Moderator Tom Brokaw (NBC) auch auf Fragen zugreifen, die vorab von Bürgern per E-Mail eingesendet wurden. Mit Blick auf gut sechs Millionen eingegangene Nachrichten hatte Sarah Lai Stirland dazu lakonisch für das Wired-Blog bemerkt: „Viel Erfolg beim Auswählen!“. (Update: die Zahl wurde von Nancy Scola für techpresident.com inzwischen deutlich korrigiert – auf “nur” 25.000 Einreichungen. Einen guten Artikel über die “Digitalisierung der Debatten” liefert auch Jose Antonio Vargas für die Washington Post).

Nur einen Tag vor der Diskussionsrunde hatten Statements aus beiden Lagern eine künftige Lockerung der Regeln und Stärkung der Online-Kommunikation befürwortet. Dabei antworteten McCain und Obama auf einen Vorschlag der Open Debate Coalition, die die Rolle der etablierten Medien bei der Organisation des Townhall-Meetings kritisiert und eine Digitalisierung der bisherigen TV-Domäne gefordert hatte: „Die Präsidentschaftsdebatten sollen der Öffentlichkeit nutzen. Daher sollte das Recht, über die Debatten zu sprechen auch der Öffentlichkeit „gehören“ und nicht von den Medien kontrolliert werden. Internet-Fragen beim „Townhall-Meeting“ sollen direkt von den Wählern ausgesucht werden und nicht allein durch Journalisten.“

Nach den ersten beiden Debatten hatte vor allem John McCain auf das Versammlungsformat gesetzt. Das expectation game, das Spiel mit den Erwartungen der Zuschauer, legte die Last auf die Schultern des republikanischen Kandidaten, während sein demokratischer Kontrahent als unerfahrener Teilnehmer weniger hohe Hürden zu nehmen hatte. In den ersten Reaktionen ist John McCain diese Rolle nicht allzugut bekommen: „Beim Umherlaufen auf der Bühne wirkte er alt, manchmal ein wenig zu steif“ bemerkt Aaron Zelinsky für das Presidential Debate Blog. Anders als in der ersten Debatte, waren die Kandidaten nicht auf ihre Position hinter einem Rednerpult festgelegt, so blieb auch während der Redezeit des Kontrahenten eine Möglichkeit für eine indirekte Beteiligung am Geschehen. Offenbar will John McCain seine aggressivere Haltung des Wahlkampfs auch hier verdeutlichen. Katharine Q. Seelye bezweifelt, dass ihm dies gelungen ist: „McCain steht angespannt an seinem Stuhl während Obama redet, bereit zum Sprung in den Ring. Und wenn er es tut, dann mit einem schlechten Scherz.”

In inhaltlicher Perspektive hatte die dritte Debatte des Jahres 2008 nicht viel neues zu bieten, bisweilen wurden auch schon erprobte Zeilen aus dem ersten Aufeinandertreffen wiederholt – dabei kalkulierten die Kampagenteams wohl damit, dass mehr und andere Zuschauer eingeschalten würden. Denn während die Debattenpremiere 52,4 Millionen Menschen vor die Fernsehschirme gelockt hatten, setzte die Gesprächsrunde der Vizekandidaten mit Joe Biden und Sarah Palin eine neue Rekordmarke: deutlich mehr als 70 Millionen Zuschauer hatten sich die mit Spannung erwartete Runde nicht entgehen lassen. Das ist die zweithöchste je gemessene Reichweite einer Präsidentschaftsdebatte. Und Sarah Palin mischte sich während der Debatte tatsächlich auch unter die Zuschauer, wie der Caucus Blog der New York Times notiert: “Unsere Kollegin Julie Bosman, die den Wahlkampf von Gouverneurin Palin begleitet, berichtet gerade, dass die komplette Palin-Entourage in einer Pizzeria in Greenville, (North Carolina) Halt machen. Sie mischen sich unter die Einheimischen und schauen dort die Debatte. Sarah Palin gibt Autogramme und lässt sich mit den überraschten Gästen fotografieren. Die hohen Schuhe und die weiße Jackett hat sie gegen Jeans und Trainingsjacke getauscht.”

Doch für Palin war diesmal nur eine ganz kleine Nebenrolle vorgesehen. Angesichts der Finanzkrise konnte die Dominanz dieser Thematik nicht überraschen – ebensowenig wie die Schwierigkeiten für McCain, sich von George W. Bush zu distanzieren: „Und wieder hörten Millionen Amerikaner kein klares Gegenargument von John McCain, warum die Demokraten den Einbruch der Wall Street nicht den acht Jahren republikanischer Herrschaft im Weißen Haus anlasten können“, berichten Carrie Budoff Brown und Bill Nichol für Politico. David Gergen (CNN) stellt beiden Teilnehmern ein mittelmäßiges Zeugnis aus, immerhin hat für ihn Barack Obama einmal mehr bewiesen, dass er der „elegantere und bessere Redner ist. Aber er hat den Funken nicht zum überspringen gebracht und er hat uns auch keine neuen Einsichten – oder Ideen – vermittelt, wie wir aus der Umklammerung der Finanzkrise herauskommen.“

Für eine neue Art der Debattenrezension sorgt der New Yorker Journalistikprofessor Jay Rosen (pressthink.org): über den Sofortnachrichtendienst Twitter listet er die aus seiner Sicht wichtigsten Anmerkungen zur Debatte in knappen Info-Happen auf. Auch hier schneidet John McCain schlechter ab, vor allem gemessen an seinen Ansprüchen: „Nummer Neun: Ich dachte, McCain hat seine stärkste Karte überhaupt nicht ausgespielt. Er war er es, der im Vorfeld nach mehreren solcher Veranstaltungen gefragt hatte – Obama wollte nicht.“ Auch der offensichtliche Versuch, Schärfe auf die Bühne der Bürgerversammlung zu bringen, schlägt in Rosens Augen fehl: „Nummer Sieben: McCain´s Versuch, Angst vor „dem anderen Kerl“ zu säen musste in einer Townhall-Debatte fehlschlagen – denn der andere Kerl steht gleich gegenüber, und er macht uns keine Angst.“ Auf der anderen Seite des Kontinents antwortet ihm Software-Entwickler und Blog-Legende Dave Winer (scripting.com), ebenfalls via Twitter: „Ich habe das Gefühl, das Stück mit „dem anderen Kerl“ werden wir wieder und wieder und wieder hören.“ Winer verweist auf YouTube, wo der entsprechende Debattenausschnitt natürlich längst angekommen ist. Schon bei der ersten Debatte war vielen Beobachtern aufgefallen, dass John McCain seinen Kontrahenten nicht direkt adressierte. McCains vage Ansprache von Barack Obama als „der andere“ ist nun auch für Michael Calderone (Politico) „der vielleicht merkwürdigste Einzelmoment der Debatte“.

Überhaupt keinen schönen Abend hatte Tom Bevan – für RealClearPolitics wettert er: „Nichts, es ging um gar nichts!“ Die Kandidaten „schlafwandelten durch eine der langweiligsten, am wenigsten informativen, am schwächsten moderierten Debatten der jüngeren Zeit. Es scheint, als sei das Händeschütteln noch der inspirierteste Moment gewesen.“

Die dritte und letzte Debatte der beiden Präsidentschaftskandidaten findet am 15. Oktober an der Hofstra University in Hempstead (New York) statt.

Debatte #3

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Townhall Meeting.

Auch hierzu wieder eine Blogschau für zeit.de (weil doch nicht “upcoming”, folgt ein eigenes posting). Lässt man den Inhalt mal außen vor, sticht das Format der “Bürgerversammlung” aus der Debattenserie hervor. Ursprünglich als die “Internet-Debatte” vorgesehen (die offizielle Online-Bearbeitung durch MySpace war aber “lang-wei-lig” (H. Simpson) und wurde von neueren Mash-Ups wie “Hack the Debate” bei weitem übertroffen).

Einen interessanten Punkt macht jedoch die Intervention der Open Debate Coalition, die eine Vielzahl von Internet-Größen versammelt (u.a. Lawrence Lessig, Craig Newmark, Katharina Huffington). In einem Brief an die beiden Kandidaten wird die “Rückgabe” des Formates an die Bürger verlangt – die etablierten Mainstream-Medien kontrollierten die Debatte in unzulässiger Weise und erschwerten der breiten Öffentlichkeit den Zugang. Das entsprechende Dokument gibt es u.a. hier. Eine etwas längere Darstellung zur Intervention und den Reaktionen von Obama und McCain findet sich bei Wired.

In eigener Sache: Tutzing

Dienstag, 7. Oktober 2008

Die USA vor der Wahl lautet der Titel einer Tagung vom 10.-12. Oktober in der Akademie für politische Bildung in Tutzing. Mein Beitrag dazu soll die aktuellen Entwicklungen zum Internetwahlkampf beleuchten – angesichts der Vielzahl interessanter Projekte und Entwicklungen konzentriere ich mich im wesentlichen auf zwei Aspekte: die Rolle von Social Network Sites für die Organisation der Kampagnen und die Digitalisierung der TV-Debatten. Beide Bereiche stellen m.E. wesentliche Neuentwicklungen der 2008er-Campaign dar – ebensogut hätten allerdings Weblogs oder Webvideos eigene Abschnitte füllen können, das Material ist überaus reichhaltig.

Generell steht die Kampagne im Zeichen der Konkurrenz von Fernsehen und Internet – welches ist die dominante Medienumgebung? Dieser informelle Wettstreit treibt bisweilen seltsame Blüten – so ließ sich etwa Tim Goodman, Fernsehkritiker des San Francisco Chronicle zu folgender Bemerkung hinreißen:

The Nielsen ratings are in for Thursday night’s vice presidential debate between Sarah Palin and Joe Biden and they are astounding- 70 million people watched (numbers on who wept are not available). That destroys the 52.4 million who watched the first presidential debate between Barack Obama and John McCain. Draw from that what you will, politically (…). Anyway, the point is this: Television rules. It remains our nation’s shared cultural experience.

Nun ja. Anzufügen ist hier, dass ohne den exzessiven Vorlauf im Internet die Debatte niemals ein solcher “Quotenerfolg” geworden wäre. Die unzähligen Videos mit Sarah Palin-Parodien auf YouTube oder anderen Plattformen, ohne die Millionen Twitter-Nachrichten über genau diese Parodien (oder die Originalvideos auf den Websites der TV-Networks), ohne die zahlreichen Blogposts über die Interview-Patzer und die Medienberichte darüber hätte die Reichweite der Debatte nie erreicht werden können.

Der Medienwahlkampf im Jahr 2008 ist ein Wettbewerb auf unterschiedlichen, miteinander vernetzten Plattformen geworden – das Konkurrenzdenken zwischen “alten” und “neuen” Medienumgebungen trägt nicht dazu bei, diese Entwicklung besser zu verstehen.

Debatte #2

Freitag, 3. Oktober 2008

Palin vs. Biden.

Lange erwartet, hochgejazzt bis zum Beinahe-geht-nicht-mehr. Und jetzt eine doch ziemlich konventionelle, gar nicht so spektuläre Debatte. Debate Business as usual?

Nicht so ganz, wenn man sich die Post-Debate-Debate ansieht (mein Versuch dazu für Zeit.de folgt im Laufe des Tages). Sehr treffend scheint der Deutungsversuch der “Paralleldebatten” zu sein – während sich Joe Biden als “typischer” Kandidat für das Präsidentschaftsamt darstellt, vertreibt Sarah Palin mit einer “ego-” bzw. “image-zentrischen” Performance die Geister von Saturday Night Live und Youtube. Gute Interpretationen zum Tale of Two Debates liefern Newsweek und Chicago Tribune.

Wer sich durch Vorberichterstattung, Debatte und Analysen gekämpft hat, kommt am Ende vielleicht zu einem ählichen Urteil wie Fred Kaplan für Slate.com – aber muss man es so drastisch formulieren?

Palin proved that she can speak in complete sentences, but not that she understands anything about foreign policy.

Ja, womöglich muss man das.

Echo auf den Online-Wahlkampf

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Der 700-Millarden-Dollar-Rettungspakt hat für einigen Aufruhr im Netz gesorgt, u.a. waren einige zentrale Politik-Websites nicht oder kaum erreichbar: zu viele Protest-E-Mails, Telefon- und Fax-Anfragen von empörten Bürgern haben die Server des US-Kongresses verstopft. Ein kleiner Text dazu erscheint im Laufe des heutigen Tages bei Zeit online (Link folgt).

Anstatt eines Teasers hier ein Video zur “Housing Bubble”:

Debatte #1

Samstag, 27. September 2008

Eine Stunde nach Mitternacht in San Francisco, die erste Präsidentschaftsdebatte ist vorbei, ein kurzer Artikel für zeit.de ist fertig – zu Reaktionen in diversen US-amerikanischen Online-Medien (Link folgt). Ach ja: die Titelzeile habe ich mir nicht ausgedacht.

Review-Update: Für das Presidential Debate Blog habe ich mir die Debatten-Berichterstattung in Deutschland angesehen und kurz zusammengefasst (Link folgt). Wie es scheint, dominiert auch hier die Wahrnehmung eines “Unentschieden”, allerdings überrascht die teilweise deutliche Kritikan Barack Obama. Man könnte beinahe auf die Idee kommen, dass die Erwartungen seit seinem Auftritt an der Siegessäule in den Himmel gewachsen sind – und nun zeigte sich der Demokrat “nur” als guter Redner (durchaus mit kleinen Schwächen), nicht aber als brillanter Debattensouverän. Aus der nicht gerade funkensprühenden Berichterstattung ragt der lesenswerte Beitrag von Uwe Schmitt aus der WELT heraus (noch eine Überraschung?) – er bemerkt Hass zwischen den Kontrahenten und skizziert einen Generationenkonflikt.

Twitter-Update: Seit Montag gibt es eine Auswertung der Tweets während der Debatte, zusammengestellt von Biz Stone für das Twitter-Blog. Die Resultate überraschen nicht allzu sehr, immerhin spiegelt sich die Wahrnehmung in den Rezensionen: das Schlüsselwort Irak war nicht nur für die Kontrahenten, sondern auch für die Zuschauer die Initialzündung für eine Tempoverschärfung. Für den Anfang ganz gut, aber sicher ausbaufähig. Hier die Grafik:

Kommentar-Update: Ein guter Artikel von John Heilemann im New York Magazine über die stilistischen, aber möglicherweise nachhaltigen Unterscheide im Debattenverhalten. Und eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von Analysen, Reportagen und Kommentaren am Tag 1 nach der Debatte bei RealClearPolitics.

Youtube-Update: Die McCain-Kampagne hatte mit schnelleren E-Mail-Informationen an die registrierten Unterstützer und vor allem mit dem Online-Video McCain is right zunächst die Nase vorn:

Doch das Blatt könnte sich schon wieder gewendet haben, denn seit etwa 23 Uhr PST ist der Begriff Horseshit einer der zehn Twitter-Election-Trends (und der Trend ist hartnäckig: Samstag nachmittag immer noch in der Spitzengruppe). Dabei geht es um das abfällige Gemurmel des Republikaners, während Barack Obama über die diplomatische Integrität des spanischen Ministerpräsidenten redet:

Der entsprechende Debatten-Ausschnitt steht längst bei YouTube, mal sehen, wie sich das weiterentwickelt (dahinter steht auch ein anderer potenzieller YouTube-Hit, der Ahmadinejad-Versprecher, deutlich zurück).

Wie geht es weiter? Besonders empfehlenswert für die Begleitung und Nachverfolgung der kommenden Debatten sind

Twitter und die Wahl

Freitag, 26. September 2008

Seit heute online: die Wahl-Sonderseite von Twitter. Einige Hinweise zur Entstehungsgeschichte finden sich im Interview mit Biz Stone, das seit Anfang der Woche bei den Blogpiloten zu lesen ist. Mal sehen, was die bekannt Twitter-freundliche deutsche Qualitätspresse zu diesem Projekt sagt.

Mehr zur Wahlseite für Schnellschreiber und -leser, sowie zu einigen weiteren Twitter-Anwendungen im Wahlkampf finden sich in diesem Posting von Biz Stone aus dem Twitter-Blog.

Update: Auch anderswo in informierten Netzkreisen denkt man über Nutzungsmöglichkeiten von Twitter nach, diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem Wahltag.

Die Debatte vor der Debatte

Montag, 22. September 2008

Sehr schön: Die New York Times mit einem ausführlichen Bericht über die Vorbereitungen der Präsidentschaftskandidaten auf die ab Freitag anstehenden Debatten. Ähnlich auch der Beitrag im britischen Telegraph. Viel besser lässt sich der Begriff der “Pre-Debate-Debate” (geprägt von Alan Schroeder, vgl. hier) nicht illustrieren. Im Laufe der Woche dürfte sich die Stimmung noch ein wenig aufheizen (Update: wie wahr, wie wahr. Aber aus ganz anderen Gründen!).

Aktualisiert und erweitert wurde auch der Trailer zum “Hack-the-Debate”-Projekt von current_TV und Twitter. Ebenfalls sehr schön: das Toolkit zur Durchführung eines eigenen “Hack-the-Debate-Watching-Events”. Wird eine anstrengende Woche.

Update: Soeben fertiggestellt – ein guest post für The Presidential Debate Blog, eine sehr gute studentische Initiative aus der Efeu-Liga, Angehörige der Law Schools von Yale und Harvard organisieren einen kenntnisreichen Gruppen-Weblog. Top-Thema im Augenblick ist natürlich die Frage, ob es am Freitag überhaupt eine Debatte geben wird. Besonders gut gefällt mir dabei diese Überlegung, die locker über drei Banden gespielt ist:

If Obama agrees to delay the first debate, unless the candidates reschedule it for early next week, October 2′s VP debate will actually be the first contest of the debating season. With all of the hype surrounding Palin and the huge potential for a Republican victory in that arena, not to mention the high probability of a Biden slip-up, the VP debate ultimately presents the GOP with a much better opportunity to sieze momentum going into the final weeks of the campaign.

Ich sollte mit meinem kleinen Beitrag lediglich einen Abriss der Debattenereignisse in Deutschland geben – im Vergleich zum “great debate swindle” aus dem McCain-Lager ist das natürlich bestenfalls eine kleine Fußnote.

In eigener Sache: San Francisco

Montag, 15. September 2008

Seit ein paar Tagen und noch bis Anfang Oktober bin ich im wissenschaftlichen Auslandseinsatz – der Arbeitsplatz konnte dank der Dotierung des letztjährigen Preises der Justus-Liebig-Universität zumindest zeitweise nach San Francisco verlegt werden.

Von hier aus werde ich nun einigen Entwicklungen des Online-Wahlkampfes um das Weiße Haus nachgehen – d.h. vor allem stehen drei Bereiche im Vordergrund:

Social Campaigning – die forcierte Nutzung neuerer und neuester Formen von Online-Kommunikation, was insbesondere auf die Integration von Social Network Sites in die Kampagnenplanungen hinausläuft. In diesem Zusammenhang habe ich auch versuchsweise einen Twitter-Account aufgesetzt, denn in den nächsten Tagen gibt es wohl die Gelegenheit für ein Interview am Firmensitz – wie schätzen wohl die Gründer die politische Nutzung ihres Services ein? Außerdem stehen auf dem Programm Visiten im Silicon Valley bei Google, Facebook und evtl. auch flickr.com.

Digital Debates – der laufende Präsidentschaftswahlkampf sieht vermutlich die letzten klassischen TV-Debatten (Duelle sagt man hier nicht), und bereits in den primaries des Frühjahres begann das Fernsehformat zugunsten interaktiver Elemente und Versuchsballons aufzuweichen. Die vier im September und Oktober angesetzten Debatten werden voraussichtlich eine Verschärfung dieses Trends zeigen, besonders deutlich wird dies am Beispiel der “Second Presidential Debate” am 7. Oktober – hier wurde bereits eine educational partnership mit myspace.com eingerichtet, um die Diskussion (ein Townhall-Format) innovativ “ins Internet zu übertragen”.

Electronic Voting - ein Dauerthema auch in den USA, wobei am Standort Kalifornien in diesem Jahr eine Konkurrenz zwischen e-voting und absentee voting zu beobachten ist. Aufgrund der z.T. massiven Sicherheitslücken und diverser Pannen hat die zuständige Wahlbehörde in Sacramento Auflagen für den Einsatz von Wahlgeräten verabschiedet, die vermutlich zu einem Rückgang der Elektronifizierung der Wahllokale führen werden. Allerdings: gleichzeitig findet eine groß angelegte Kampagne für die Briefwahl statt – bei der jedoch auch eine automatisierte Auszählung stattfindet. Befeuert wird die Diskussion durch den Start eines Dokumentarfilms, der offenbar in der Michael Moore-Tradition steht: Stealing America – Vote by Vote (unverkennbar sind aber auch Anleihen beim Klassiker Hacking Democracy). (Update: gerade gesehen – passend zum Thema ist Hacking Democracy für Oktober/November auf HBO angekündigt.)

Zu diesen drei, vermutlich aber auch anderen Segmenten aus dem US-amerikanischen Wahlkampf gibt es in den kommenden Wochen Beiträge auf verschiedenen Kanälen, zum Teil hier im Blog, gelegentlich auch drüben bei den Blogpiloten, bei politik-digital evtl. auch anderswo. Kleinere Infobites werden getwittert.

Stay tuned, keep following.


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