Vorlesung: Digitale Bohème & Social Software

Als Teil II der Mini-Serie zum Web 2.0 baut die Vorlesung auf die Definitionsversuche der Vorwoche auf und wendet sich mit der „Digitalen Bohème“ einer wesentlichen Trägerschicht der momenten Internet-Entwicklung und -Nutzung zu. Dabei wird die Grundkonstruktion der Diskursfigur sowie deren Nachbarschaft zu verschiedenen Begriffen und Konzepten wie den „BoBos“, „Urbanen Pennern“ oder der „Creative Class“ erläutert.

Der zweite Abschnitt der Vorlesung befasst sich mit ausgewählten Anwendungen und Diensten des Web 2.0, die unter dem Label „Social Software“ zusammengefasst sind und für die Mitglieder der digitalen Bohème als eine Art Betriebssystem genutzt werden.

Zugang zum Foliensatz erhalten Sie durch die Eingabe des Namens des heimlichen Hauptquartiers der digitalen Bohème in Berlin-Mitte (Kleinschreibung, ein Wort).

3 Antworten to “Vorlesung: Digitale Bohème & Social Software”

  1. F Says:

    „Wir nennen es Arbeit!“ und verdienen damit vielleicht auch Geld – aber wie? Wer bezahlt einen denn für ein unter „Creative Common“ erstellten Beitrag zu z.B. Linux oder Wikipedia? Und wer sichert einen ab, wenn man eines Tages mal nicht mehr zur „digitalen Bohème“ gehört und dann sozusagen als „Freiberufler“ unversichert weiter existiert? Und warum sollte man überhaupt seine Zeit auf Projekte wie Linux etc. verwenden, wenn die Arbeit dann als „Social“ bezeichnet und nicht bezahlt wird?
    Und bekommt Herr Bieber wenigstens einen Gratis- Cappuccino im „Oberhof“ (für die schöne Werbung), wenn er mal in Berlin ist?

  2. internetundpolitik Says:

    Nun, mit der Bezahlung verhält es sich in den virtuellen Netzen (manchmal) etwas anders, sie ist aber keineswegs ausgeschlossen: Friebe/Lobo sprechen zB von der „Währung Respekt“, die sich unter Umständen wieder in „echtes Geld“ konvertieren lässt, etwa über die Mitarbeit an einem bezahlten Projekt, einen Text auf einer Website, einen Vortrag im Real Life o.ä. Weiter reichender ist noch das Konzept der „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ nach Georg Franck – auch dies wird in „Wir nennen es Arbeit“ thematisiert, das Social Web funktioniert durchaus auch im wirtschaftlichen Modus.

    Und: naja, Werbung würde ich das nicht nennen, vielleicht „ironic marketing“. Meinen Capuccino (eher noch einen Latte Macchiato) nehme ich in Berlin eher an anderen Standorten ein.

  3. internetundpolitik Says:

    Hier noch ein Hinweis zur Frage des „aber wie“, erschienen im Telepolis-Beitrag „Die Bühnen des Mobs und der Wichtigtuer“ von Rudolf Maresch:

    Honoriertes Dilettantentum

    Für manchen hoffnungsfrohen Nachwuchs war das auch schon von Erfolg gekrönt. Vor allem seitdem auch klassische, Qualitäts- oder Mainstream-Medien endlich begriffen haben, dass sich Bilder, Texte und Töne im Netz schneller verbreiten und potentielle Kunden direkter erreicht werden als in anderen Medien. Seitdem rüsten sie ihre Webpräsenz mit Newslettern, Blogs, Chats und Podcasts auf, versehen Nachrichten und Artikel mit Trackback-Funktionen, stöbern in Blogs, Foren oder sozialen Kuschelecken nach neuen Stilen und Trends oder Quote machenden Meldungen herum und honorieren das Paparazzitum von Amateurfilmern und Hobbyfotografen mit erklecklichen Sümmchen. Gut dokumentiert ist der Fall der Christine Dolce aka [extern] ForBiddeN, die es von der kleinen Kosmetikern bis zum Playboy-Covergirl gebracht hat, mittlerweile ein Jeans-Label vertreibt und pro Auftritt bis zu 5000 Dollar verdient.

    Siehe: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24480/1.html

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