{ Berlin Break }

Okay. Auf mehrfachen Wunsch also eine Vor-Ort-Recherche im St. Oberholz.

9.42 Uhr: Die digitale Bohème schläft offenbar gerne aus. Der im korrekten 50er-Jahre Retro-Style eingerichtete Laden am Rosenthaler Platz ist beinahe leer, allerdings haben bis auf einen Gast alle schon den Laptop aufgeklappt. (Der große Latte Macchiato kostet € 2,70 und ist selbst an der Bar abzuholen. Bagels, Cookies, Muffins und das andere typische Szene-Food sieht gut aus.) Ich nenne es auch Arbeit und kümmere mich um einen kleinen Text zum Thema Computerspiele.

10.57 Uhr: Im Obergeschoss füllen sich allmählich die Resopaltische, das W-LAN bleibt aber erfreulich schnell und stabil. Auffällig ist die Dominanz der Apple-User – von inzwischen 12 Notebooks tragen 9 (!) das Apfel-Logo. Klischee stimmt. Gerätesicherheit wird groß geschrieben – wer auf die Toilette geht, nimmt den Rechner mit. Ob es dort extra Ablageflächen gibt? (Nein, gibt es nicht.)

11.33 Uhr: Gegenüber beginnt ein Business-Meeting: die drei Teilnehmer fallen altersmäßig aus der digitalen Bohème heraus, aber irgendwie gehören die Mittfünfziger doch zur Branche. Es geht um Kampagnenstrategien. Und irgendwelche „interaktiven Features“. Schnell weghören. Ach ja: der Oberholz-Soundtrack ist nicht schlecht, die Hintergrundbeschallung liefert gelegentlich feineres von Death Cab for Cutie, Polyphonic Spree oder auch mal älteres von Suede. Wird sicher über iTunes eingespielt.

12.52 Uhr: So, Mittagszeit. Gegessen wird aber nur bei zwei Touristen (aus Asien), der Rest tippt weiter in den Rechner, telefoniert skypet oder chattet.

13.07 Uhr: Der Artikel (ab morgen – hoffentlich – hier zu lesen) ist fertig und versendet, außerdem steht der nächste Termin an, also zusammenpacken. Bloß nichts vergessen, sonst landet man noch im Fundbüro. Bis demnächst.

PS: Irgendwie erinnert mich dieses Format an etwas… lange her.

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2 Antworten to “{ Berlin Break }”

  1. Chef Ironist Says:

    Lieber Dr. Oberholz

    eine Einwahl von ausserhalb ins UNI-Netz ist jederzeit möglich, und zwar über den VPN-Clienten der UNI und dem Profil „unigi-nat“. Dann kann man sogar aus dem bösen Berlin seine Bildchen per FTP hochladen…

    Trinken Sie noch einen Latte auf Kosten des digitalen Prekariats und genießen Sie dei Berlinale.

  2. F Says:

    Großartig *lol*!

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