Der lange Schwanz

So. Wenn das jetzt mal keinen traffic gibt…
(Diesen Gedanken hatte Mario Sixtus schon längst. Aber ich habe seinen Eintrag zum Buch erst später gelesen. Echt.)

Zur Sicherheit vorweg: bei dem nachfolgenden posting handelt es sich selbstverständlich um einen seriösen Eintrag, denn es geht um den kurzen Hinweis auf die endlich erschienene deutsche Übersetzung des Web 2.0-Klassikers The Long Tail von Chris Anderson. Die Kollegen von blogpiloten.de schreiben zurecht, dass es sich um einen „gewöhnungsbedürftigen“ Titel handelt. Stimmt. Aber auch um einen unmöglichen Titel.

Inhaltlich ist durch den Untertitel „Nischenprodukte statt Massenmarkt. Das Geschäft der Zukunft“ eigentlich schon fast alles gesagt, zudem dürfte den meisten am Thema wirklich interessierten Leser das Buch kaum noch Geheimnisse bieten: das Blog zum Buch (Untertitel: „a public diary on themes around a book“) ist erschöpfend und auch schon um einige Gedanken reicher (oder doch: länger?).

So kommen wir zur Frage, was man sich bei Hanser denn wohl gedacht hat, als der Übersetzungstitel bestimmt wurde (das zugehörige Meeting stellen wir uns mal lieber nicht vor). Vielleicht wollte man ja nur sicher gehen, dass der Titel in den richtigen Abteilungen der Buchläden landet oder die korrekten Ressorts in den Zeitungen darüber berichten. Denn – klar – es geht hier ja um ein Wirtschaftsbuch. Aber vielleicht ist es doch eine subtile Strategie des gewieften Verlagsmarketing, um durch erwartbare Reaktionen in der Blogosphäre und anderswo Aufmerksamkeitsgewinne zu erzielen… Angesichts des erst kürzlich erschienen Der Arschloch-Faktor von Robert Sutton könnte man das ja beinahe glauben. Mal sehen, in welche amazon-Empfehlungswelten das wohl führen wird: „Kunden, die dieses Buch gekauft haben, kauften auch…“

PS: Dass inhaltlich der Begriff Schweif das von Anderson beschriebene Phänomen womöglich besser trifft, das erwähnen wir hier mal nur nebenbei.

2 Antworten to “Der lange Schwanz”

  1. andreschneider Says:

    Der Titel ist auf jeden Fall gut.

  2. Klaus Says:

    „immense Chancen (für Nischenprodukte) … und was diese neue Wirtschaft für uns alle bedeutet, zeigt Anderson in seinem revolutionären Bestseller.“

    – sagt der Verlag. Aber es ist doch auch klar, dass es in den nächten 2000 Jahren keine Revolution mehr geben wird; das wichtigste Produkt ist z.Zt. „die Information“ (oder doch Erdöl?), und die ist fest in den Krallen der Informationsmonopole. Lange Abschweifung? Abschwanzung?

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