Die Boerne-Identity

Hier mein Lieblingsabsatz aus der Laudatio von Harald Schmidt für (an?) Alice Schwarzer anlässlich der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises:

Börne verübelte Goethe weniger dessen literarische Übermacht als vielmehr seine politische Gleichgültigkeit: „Nie hat er ein armes Wörtchen für sein Volk gesprochen, er, der, früher auf der Höhe seines Ruhmes unantastbar, später im hohen Alter unverletzlich, hätte sagen dürfen, was kein anderer wagen durfte.“ Näher bei den Menschen war Börne, der seine Hand zur Reinigung ins Feuer halten wollte, sollte sie ihm ein König drücken. Im Gegensatz zu seinem zweiten großen Gegner Heine, der erklärte, „dass ich, wenn mir das Volk die Hand gedrückt, sie nachher waschen werde“.

Näher bei den Menschen – ein schöner Twist zum Claim des Deutschland-Dialogs der SPD und deren Tourleiter Kurt Beck. Doch der SPD-Vorsitzende war in Schmidts Rede (die teilweise wie eine XXL-version eines Stand-Ups in früheren Late-Night-Zeiten wirkt) in prominenter Gesellschaft – auch Charlotte Roche und Heidi Klum fanden Erwähung, dank gelenkiger Rhetorik auch Joschka Fischer und sogar Bret Easton Ellis. Wie das nun alles zusammenpasst, wäre durch eine tiefenscharfe Vollinterpretation zu klären.

Winfried Menninghaus, übernehmen Sie!

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Eine Antwort to “Die Boerne-Identity”

  1. Folke Says:

    Schmidt hat doch nicht etwa aus „American Psycho“ zitiert?

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