In eigener Sache: Tutzing

Die USA vor der Wahl lautet der Titel einer Tagung vom 10.-12. Oktober in der Akademie für politische Bildung in Tutzing. Mein Beitrag dazu soll die aktuellen Entwicklungen zum Internetwahlkampf beleuchten – angesichts der Vielzahl interessanter Projekte und Entwicklungen konzentriere ich mich im wesentlichen auf zwei Aspekte: die Rolle von Social Network Sites für die Organisation der Kampagnen und die Digitalisierung der TV-Debatten. Beide Bereiche stellen m.E. wesentliche Neuentwicklungen der 2008er-Campaign dar – ebensogut hätten allerdings Weblogs oder Webvideos eigene Abschnitte füllen können, das Material ist überaus reichhaltig.

Generell steht die Kampagne im Zeichen der Konkurrenz von Fernsehen und Internet – welches ist die dominante Medienumgebung? Dieser informelle Wettstreit treibt bisweilen seltsame Blüten – so ließ sich etwa Tim Goodman, Fernsehkritiker des San Francisco Chronicle zu folgender Bemerkung hinreißen:

The Nielsen ratings are in for Thursday night’s vice presidential debate between Sarah Palin and Joe Biden and they are astounding- 70 million people watched (numbers on who wept are not available). That destroys the 52.4 million who watched the first presidential debate between Barack Obama and John McCain. Draw from that what you will, politically (…). Anyway, the point is this: Television rules. It remains our nation’s shared cultural experience.

Nun ja. Anzufügen ist hier, dass ohne den exzessiven Vorlauf im Internet die Debatte niemals ein solcher „Quotenerfolg“ geworden wäre. Die unzähligen Videos mit Sarah Palin-Parodien auf YouTube oder anderen Plattformen, ohne die Millionen Twitter-Nachrichten über genau diese Parodien (oder die Originalvideos auf den Websites der TV-Networks), ohne die zahlreichen Blogposts über die Interview-Patzer und die Medienberichte darüber hätte die Reichweite der Debatte nie erreicht werden können.

Der Medienwahlkampf im Jahr 2008 ist ein Wettbewerb auf unterschiedlichen, miteinander vernetzten Plattformen geworden – das Konkurrenzdenken zwischen „alten“ und „neuen“ Medienumgebungen trägt nicht dazu bei, diese Entwicklung besser zu verstehen.

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