Election Countdown: Saturday

Halloween

Noch drei Tage bis zur Wahl, und schenkt man den Medienberichten Glauben, dann dreht sich hier nun wirklich alles um den election day am Dienstag. Ganz so schlimm ist es aber nun auch wieder nicht. Selbst im Halloween-Trubel gestern waren sehr wenige Obama-, McCain- oder Palin-Doubles zu sehen. Zumindest letztere hätte man sich schon in auffälliger Zahl auf der Straße vorstellen können. Politische Kostüme gab es natürlich trotzdem, besonders oft waren erfolglose Banker eine Zielscheibe („Will Bank for Food“, „I am the National Debt“…).

Early Voting

Am letzten Wochenende vor dem ersten Dienstag im November sortiert sich nun allmählich die mediale Lage: während in der zweiten Wochenhälfte noch einmal größere Medienanstrengungen zu besichtigen waren (das Obama-Infomercial, eine Reihe neuer TV-Spots, größere TV-Interviews der beiden Spitzenkandidaten), ist jetzt der Endspurt zur Urne an der Reihe. Flankiert wird das ganze durch die regelmäßign Berichterstattung über das early voting, in vielen Staaten eine Neuerung. Daher liegen auch nur wenige Vergleichsdaten vor, die einen Aufschluss über die Validität der frühen Wahlergebnisse bzw. exit polls geben könnten.

Einen sehr guten Überblick gibt das Earling Voting Information Center mit einem akkurat geführten Weblog:

I should be clear: we’re a non-partisan academic research center, and we try to study and present all interesting aspects of early voting, regardless of the party angle. All the same, it’s very hard to spin the numbers we are seeing so far in any way that doesn’t tell a bad story for John McCain.

Das Team um Paul Gronke hält nicht nur gute Informationen über die bislang vorliegenden Daten zur vorgezogenen Stimmabgabe bereit, sondern analysiert auch deren Bedeutung für die Kampagnen: relevant seien nicht so sehr die Ergebnisse der Stimmabgabe und auch nicht die beinahe durchweg höhere „Frühwahl-Aktivität“ von als Demokraten registrierten Wähler. Ein entscheidender Vorteil für das Obama-Lager bestünde vor allem in den verbesserten Möglichkeiten zum voter targeting in den letzten Tagen vor der Wahl – da viele Staaten ausführliche, personenbezogene Daten zu den Frühwählern veröffentlichen, können die Kandidaten ihre Kampagnen noch präziser abstimmen als bisher:

By turning out committed partisans early, campaigns can check them off, and then focus their get-out-the-vote efforts in the last few days on marginal and undecided voters. Campaigns have a vast machinery in place on the ground in many states, but their resources and time are still limited. Early voting allows them, essentially, to stop wasting precious time on those who have voted.

E-Voting

Vom early zum electronic voting. Gerade ist ein Artikel von Christopher Harth bei Telepolis zum diesjährigen Einsatz von Wahltechnologie in den USA erschienen – ein Thema, dass auch nach Halloween bei vielen für Angst und Schrecken sorgt. Das von ihm vorgestellte Projekt Verified Voting hat eine Landkarte der US-amerikanischen Wahltechnologie entwickelt und verweist auf die Gefahren minderwertiger Wahltechnologien (ein von mir geführtes Interview mit David Dill, Professor für Computer Science an der Stanford University wartet noch auf seine Auswertung…). Die Tücken des elektronischen Wählens sind aber nur ein Problem, über das man sich den Kopf zerbricht: die Titelgeschichte der Time vom 3. November (sic) widmet sich Seven Things That Could Go Wrong on Election Day. Wahlmaschinen rangieren hier an #4, außerdem werden Fragen von Wähler-Registrierung und -datenbanken, schlechte Formulare oder Misinformationen durch Wahlhelfer diskutiert.

Saturday Night Live

Und dann ist natürlich wieder Samstag, Zeit für die wöchentliche Politainment-Dosis am späten Abend, live aus New York. Für den heutigen Abend ist Ben Affleck als Gastgeber angekündigt, und der bekennende Obama-Unterstützer empfängt – ja, tatsächlich – John McCain. Für Montag steht dann schließlich noch der große SNL Election Eve Bash als letzter Schlag vor dem Wahltag auf dem Programm.

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Eine Antwort to “Election Countdown: Saturday”

  1. clemens lerche Says:

    danke für den link zum erlyvoting projekt, sehr interessant.

    SNL: McCains Humor hat mich überrascht, sehr lustig. Ob Angela Merkel/Steimeier (in welcher sendung?) das auch könnten bezweifle ich – sprich Neid.

    apropos: hab gelesen, dass du dienstag Klaus Kleber nicht allein lässt – freu mich und bin gespannt.

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