Ignoranz 2.0

Nun prüfen die Parteien, ob sie Formen des Internetwahlkampfs Obamas übernehmen könnten. Der war in Teilen lustig und unterhaltsam, während die entsprechenden Auftritte der deutschen Parteien vor allem Kommentare ihrer Generalsekretäre sowie die Zusammensetzung der Gremien wiedergeben.

Das schreibt Günter Bannas für die FAZ am 7. November 2008 im Artikel Berlin wartet auf Obama.

Hallo? Jemand zu Hause?

Es sind solche Kommentare, entlang derer Unverständnis und Ignoranz der so genannten „etablierten Medien“ einer neuen Medienumgebung gegenüber durch- und aufscheinen. Die Aussage zum „in Teilen lustig und unterhaltsam(en)“ Internetwahlkampf ist zwar nicht falsch – sie suggeriert jedoch, dies wären dessen wesentliche Charakteristika gewesen.

Nun ja, dann weiterhin viel Spaß mit den „lustigen und unterhaltsamen“ Weblogs, Social Network Sites, Twitter und anderen putzigen Online-Medien.

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2 Antworten to “Ignoranz 2.0”

  1. clemens lerche Says:

    absolute zustimmung zu deiner verärgerung und ergänzung: „wir normalen Medien werden entmachtet“, sagte Claus Kleber im ZDF – etwas in gedanken – zu dir, als du ihm das neue am wahlkampf zu erklären versucht hast – ihm dämmert da was, hatte ich das gefühl ;-) der moderator der zdf „hauptsendung“, in die ja manchmal reingeschlatet wurde, hat auch die begriffe „jung“, „frisch“ und „wild“ zur beschreibung des ihm unheimlichen internets gebraucht. sehr bezeichnend. dieses medium ist aber auch ein jungbrunnen ;-)

  2. internetundpolitik Says:

    in der tat, den „dämmerungs-eindruck“ (klingt hier negativer als es ist) würde ich in jedem fall teilen – interessant ist dabei auch, dass die online-redaktion selbst dem druck zu unterliegen schien, „fernsehadäquates material“ zu liefern. mehrmals wurden erst auf claus klebers (und meine) hinweise vorproduzierte video-einspieler nicht in den livestream eingebunden, sondern weiter produktiv-chaotisch gesurft und diskutiert. ganz deutlich zu erkennen war eine hausinterne konkurrenz zwischen altem und neuem „media outlet“. mal sehen, wo das hinführt. das interne feedback (v.a. aus mainz) war jedenfalls ganz klar und deutlich positiv.

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