In eigener Sache: Nachlese

Die Landtagswahlen im Saarland, Sachsen und Thüringen (#sst) im Verbund mit den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (#nrw09) markierten den endgültigen Startschuss für den Bundestagswahlkampf 2009 (#btw09).

Die meisten Beobachter seufzen erleichtert: endlich!

(Ach ja: Eine Zusammenfassung der Ereignisse des Wa(h)lsonntags findet sich hier. Siehe dazu auch die, hm, konstruktive (?) Kritik drüben bei Homo Politicus).

Am Tag nach der Wahl hagelte es Anfragen zu einem aus meiner Sicht eher nebensächlichen Thema: der vorzeitigen „Veröffentlichung“ so genannter Exit-Polls etwa eineinhalb Stunden vor Schließung der Wahllokale. Die im Laufe der Woche folgende öffentliche Entrüstung über das „Twitter-Leck“ oder die „Twitter-Panne“ beschäftigte die alten Medien bis über die Wochenmitte hinaus (die #FAZ reservierte noch am Donnerstag dafür zwei begehrte Plätze auf der Homepage Titelseite). Die Neugier der Agenturen führte schließlich zu einigen eher abseitigen Erwähnungen, etwa im schweizerischen Qualitätsblatt 20minuten, dem New Zealand Herald sowie den GulfNews (Link nicht mehr verfügbar). Man beachte hier besonders die profunde Zitation!

In Deutschland schnatterten die etablierten Pressevertreter um die Wette, mehr oder weniger aufgeregte Berichte gab es zum Beispiel bei Focus Online, in der Süddeutschen, auf heute.de oder beim Handelsblatt (hier besonders schön: die umgehende Korrektur/Richtigstellung/Zurechtweisung durch den hauseigenen Online-Experten).

Für mich ist diese „Medienpanik“ so etwas wie die Essenz  des Internet-Jahres 2009: im Zeichen von #Zensursula wird das Netz als Bote für die Überbringung von Nachrichten abgestraft, die von vielen nicht wirklich verstanden werden, weil das Verständnis für grundlegende Wirkungsmechanismen der Online-Kommunikation fehlt (dieser Absatz in 140 Zeichen).

Sei´s drum – der Wahlkampf tritt nun in seine entscheidende Phase und passend dazu sind in der zweiten Wochenhälfte noch einige weitere Materialien erschienen: ein längeres, erfreulich positiv kommentiertes Interview für HR-Online, der erste Teil einer elektrischen Reportage aus dem Maschinenraum des Web-Wahlkampfs, sowie ein weiteres Gespräch mit dem Wiener Standard. Die Radio-Beiträge in 1Live und dem RBB/Inforadio sind nicht mehr online, das längere Kontext-Format (mp3) in SWR2 dagegen schon.

Schon etwas älter ist das sehr fundierte Dossier der ZEIT über eine neue Oppositionsbewegung, dem Vernehmen nach folgt etwas ähnliches demnächst bei einem großen Nachrichtenmagazin aus Hamburg.

Und was kommt jetzt? Das eigentliche Medienhighlight des Wahlkampfs steht schon vor der Tür – am 13. September findet in Berlin-Adlershof das so genannte TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier statt. Das ist zwar ein „originäres TV-Format“, so die Ausrichter ARD, ZDF, RTL, ProSieben.Sat1 – es wird aber auch Folgen im Internet haben.  Nicht nur bei Zattoo. Stay tuned.

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Eine Antwort to “In eigener Sache: Nachlese”

  1. Das Jahr in 140 Zeichen | Homo Politicus Says:

    […] Stadtverordnete aus Radebeul versetzt damit Meinungsforscher, Medien und den Bundeswahlleiter in helle […]

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