In eigener Sache: Berlin (jaja…)

Am kommenden Sonntag ist Bundestagswahl. Endlich.

Damit schließt sich nun auch der Sendezyklus der Wahl im Web-Reihe im Jahr 2009 – ab 17.30 Uhr geht das bewährte Team (@markuskavka, @malte_politicus, @herr_marx ,@fabianpingel und noch eine ganze Reihe weiterer Netscouts) im Alten Telegraphenamt an den Start, wieder in Sichtweite zum großflächigen TV-Studiobereich. Ein prominenter Neuzugang im Chat ist Prof. Dr. Harald Schoen von der Universität Bamberg.

Bis zur ersten Prognose kurz nach Schließung der Wahllokale werden wir uns vermutlich mit den vorab verbreiteten Zahlen aus den so genannten Exit-Polls beschäftigen (dieser böse Twitter wird ganz bestimmt ein paar Prozentzahlen in die Welt hinaus zwitschern). Außerdem gehen dann die 3-Tage-Wach-Aktionen der Parteien zur Wählermobilisierung zu Ende und im ganzen Land scharen sich dann die Menschen wieder vor dem Fernsehbildschirm – zum private oder public viewing (für die parteigebundenen Zuschauerparties könnte man noch den Begriff des partisan viewing ergänzen). Im Laufe der Sendung kommen sicher wieder einige Politiker zum Chatten und Twittern vorbei, und dann gibt es ja auch noch die imposanten 12 ??% der Piratenpartei zu kommentieren – zwischendurch sollte aber doch noch etwas Zeit für einige Analysen zum diesjährigen Online-Wahlkampf sein.

Reden könnte man ja viel, zum Beispiel über:

  • die frühzeitige Orientierung auf das Internet als Wahlkampfzentrale im Zeichen der Obama-Nachwehen
  • die bild- und tonlastigen Relaunches der Partei-Homepages im Frühjahr
  • die großflächig beworbenen (aber nur mittelmäßig erfolgreichen) Unterstützer-Netzwerke aller Bundestagsparteien
  • die Blüte (und manchmal auch das Verblühen) der Profilseiten in den verschiedenen Sozialen Netzwerken
  • die Vorreiterrolle der politischen Twitterer gegenüber den Kollegen aus den Bereichen Wirtschaft, Sport oder Unterhaltung
  • die #zensursula-Kampagne und ihre Auswirkungen auf das Wahljahr
  • den Untergang des TV-Formates „Kanzerduell“
  • den Aufstieg des Internet-Formates „Kanzlerduell“
  • den rollenspielartigen Wahlkampf der Piratenpartei
  • die allmähliche Umprogrammierung des Online-Wahlkampfs der Bundestagsparteien zur digitalen TV-Erweiterung
  • den teilweise fahrlässigen Umgang von Politiker/innen mit der Videokamera
  • die “ …und alle so: yeah!“-Erfahrung von Angela Merkel
  • die Nutzung von Online-Plattformen als Entscheidungshilfe im Wahlrechtsdickicht
  • die Medialisierung des Wahltages durch aktive Netzbürger

Ach so, und dann sind da ja noch zwei Landtagswahlen – in Schleswig-Holstein und Brandenburg. Hierbei dürfte es sich abermals um digitale Nebenschauplätze handeln. Wie schon im August bei den Wahlen im Saarland, Sachsen und Thüringen, dürfte sich hier Zersplitterung des Online-Wahlkampfs zeigen – relativ kleine Kampagnen-Infrastrukturen produzieren ein weit geringeres Grundrauschen im Netz, zudem überlagert der zeitgleich seinem Höhepunkt zustrebende Bundestagswahlkampf die Arenen im hohen Norden und mittleren Osten der Republik.

Update: Damit das Wahlwochende ein besonders intensives wird, gibt es gleich noch zwei weitere Termine – das Atoms & Bits-Camp setzt sich auch mit den Fragen der digitalen Gesellschaft auseinander. Am Samstag arbeite ich zunächst an einer Session zum Thema „Medialisierung des Wahltags“ mit, am Nachmittag nehme ich im Betahaus an einer Diskussionsrunde des DAAD zum Thema „Politik 2.0“ teil. Die umfangreiche Tafelrunde ist Bestandteil einer Wahlbeobachterreise durch das ganze Land, die Wissenschaftler aus zahlreichen Nationen an die Schaltstellen der Mediendemokratie führt.

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