In eigener Sache: Krems

Am 2. Oktober bin ich bereits zum zweiten zu Gast an der Donau-Universität in Krems – im Rahmen des Studiengangs Politische Kommunikation übernehme ich einen Lehrauftrag. Interessant ist nicht nur der durchaus reizvolle Standort, sondern auch die Konzeption der Hochschule als reine Fortbildungs-Universität. Alle Studierenden belegen die (kostenpflichtigen) Lehrgänge berufsbegleitend, der größte Teil des Uni-Lebens spielt sich demnach am Wochenende ab.

In der diesjährigen Auflage stehen Barack Obamas digitale Regierungsführung sowie weitere Online-Entwicklungen seit der US-Präsidentschaftswahl im Mittelpunkt. Hier die Zusammenfassung des dreiteiligen Lehrgangsmoduls:

1. Der Obama-Effekt
Die Rückschau auf die Presidential Campaign von Barack Obama wird immer wieder für Vergleiche mit Online-Wahlkämpfen jüngeren Datums herangezogen. Trotz der bisweilen erheblichen Unterschiede zwischen politischen Systemen im allgemeinen und den Wahlkampfkontexten im engeren Sinne lassen sich an manchen Stellen Berührungspunkte ermitteln – erstaunlicher Weise oft an unerwarteter Stelle. Der Überblick zum so genannten „Obama-Effekt“ zeigt Beispiele u.a. aus Deutschland, Großbritannien und Brasilien.

2. Change.gov und Digitales Regieren
Häufig vernachlässigt wird die Untersuchung der Online-Aktivitäten nach dem Abschluss der Wahlkampagnen. Gerade hier hat jedoch die Obama-Administration Maßstäbe gesetzt, während in anderen Ländern oft schon am Wahlabend eine große „Offline-Flucht“ beginnt.
Aufschlussreich ist hier vor allem der „digitale“ Umbau der Verwaltungsstrukturen im Weißen Haus, die bereits in der Phase der „Transition to Presidency“ begonnen haben – die Aktivitäten der Berliner Regierung wirken dagegen eher unkoordiniert, obwohl sich im Bundestagswahlkampf der Bereich der „Netzpolitik“ als neues Politikfeld herausgebildet hatte.

3. OFA und TEA – Parteien 2.0?
Ein wichtiges „Überbleibsel“ aus der Obama-Kampagne ist die „Vorfeldorganisation“ Organizing for America (OFA), mit mehr als einer Million registrierter Mitglieder. Seit November 2008 ist hier eine neue Form der politischen Interessenvertretung und -organisation entstanden, die sich kontinuierlich am Politikprozess beteiligt. Diese „presidential party“ ist mehr als nur ein loses Bündnis zur Begleitung der Agenda des Weißen Hauses, sondern übt auch klassische Funktionen der europäischen Mitgliederpartei aus. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums ist mit der T.E.A.-Party ebenfalls eine solche „virtuelle Parteiorganisation“ entstanden, die bisweilen mit den Republikanern kooperiert und konkurriert. In beiden Fällen spielt die Nutzung digitaler Medien eine wichtige Rolle und es gilt zu prüfen, ob es sich hier tatsächlich um ein neues Modell parteigebundener politischer Basisarbeit handelt.

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