Posts Tagged ‘Presidential Election’

Election Countdown: Monday (PM-Edition)

Montag, 3. November 2008

Presidency 2.0

Pünktlich zum Wahltag mehren sich also die Fragen, was nach dem 4. November aus dem gigantischen online effort der Kandidaten wird – wie wird die Transition to Presidency genau aussehen, die Mark Drapeau hier vorausschauend skizziert hat?

Update #1: nun liegt bereits der zweite Beitrag zum Thema vor, David Lazer fragt What Happens to the Obama Network after the Election?

Update #2: Jetzt wird es noch etwas kleinteiliger, weil empirischer. Micah Sifry dokumentiert Teile einer E-Mail-Konversation, die den Schluss nahelegen, dass sich das Obama-Netzwerk bereits zu verselbständigen beginnt – ohne den Wahlausgang abzuwarten.

Während sich Mark Drapeau vor allem mit den Möglichkeiten und Notwendigkeiten des Technologie-Einsatzes innerhalb des Regierungsapparates (und zwischen alten und neuen Regierungsmitarbeitern) auseinandersetzt, finden die Bürger in seiner Aufzählung zu spät (im letzten Absatz) und zu kurz Erwähnung:

Finally, citizens should be engaged in the transition process, and understand what increased risks there may be during that period. In an increasingly fragmented media and information society, that level of engagement requires more than a press release and newspaper coverage. It means full multimedia engagement using blogging, speeches, informal gatherings, mobile technologies, podcasts, online video, and widgets. The outreach should also use social tools that allow bidirectional conversation, increasing citizen participation and interest in government.

Schön und gut, die volle Portion Online-Nutzung gehört sicher in das Portfolio künftiger Regierungen, doch das ist im Grunde nicht neu und eine klare Strategie, wie eine solche web-based presidency aussehen könnte, wird nicht erkennbar. Doch das muss auch gar nicht sein, betont Andrew Rasiej, Kopf hinter dem einflussreichen Tagungsformat Personal Democracy Forum und eine der schillerndsten Figuren im aktuellen E-Democracy-Zirkus, im eiligen Gespräch zwischen diversen Medienterminen am Tag vor der Wahl.

Die Fortsetzung bzw. Ausarbeitung des Textes ist im Artikel Application Democracy? bei Telepolis zu lesen.

Monday Night Football

Der Vorabend der Wahl ist den USA immer ein Montag – und daher ein Football-Abend. Erstmals (seit immerhin zehn Wahlzyklen, bemerkt die New York Times) sind nun beide Kandidaten in der TV-Übertragung zu sehen (Spiegel Online, aufgepasst: noch mehr unterhaltungsorientierte Politik in den USA! Skandal!). Passenderweise fand das Montagsspiel in Washington statt, doch aufgrund der Kampagnen-Odyssee, die beide Kandidaten in mehrere umkämpfte Bundesstaaten führte, wurden jedoch nur vorproduzierte Interviews ausgestrahlt (zu sehen via ESPN.com), deren Reihenfolge per Münzwurf ermittelt worden war.

Saturday Night Live Presidential Bash

Die zweistündige Sonderausgabe der Comdey-Sendung (Spiegel Online: „Postmoderner Polit-Overkill“) ist gerade vorbei, bei Twitter trudeln die ersten Feedbacks ein. Die neu versendeten Videos scheinen nicht noch mehr „Wahnsinn“ (SpOn) auszulösen, im Gegenteil, für viele Nutzer scheinen die Gags eher schal zu wirken. Es ist wohl an der Zeit, dass nun – endlich – gewählt werden kann. Trotzdem: hier der Vollständigkeit halber das köstliche Endorsement von „George W. Bush“.

In eigener Sache: San Francisco

Montag, 15. September 2008

Seit ein paar Tagen und noch bis Anfang Oktober bin ich im wissenschaftlichen Auslandseinsatz – der Arbeitsplatz konnte dank der Dotierung des letztjährigen Preises der Justus-Liebig-Universität zumindest zeitweise nach San Francisco verlegt werden.

Von hier aus werde ich nun einigen Entwicklungen des Online-Wahlkampfes um das Weiße Haus nachgehen – d.h. vor allem stehen drei Bereiche im Vordergrund:

Social Campaigning – die forcierte Nutzung neuerer und neuester Formen von Online-Kommunikation, was insbesondere auf die Integration von Social Network Sites in die Kampagnenplanungen hinausläuft. In diesem Zusammenhang habe ich auch versuchsweise einen Twitter-Account aufgesetzt, denn in den nächsten Tagen gibt es wohl die Gelegenheit für ein Interview am Firmensitz – wie schätzen wohl die Gründer die politische Nutzung ihres Services ein? Außerdem stehen auf dem Programm Visiten im Silicon Valley bei Google, Facebook und evtl. auch flickr.com.

Digital Debates – der laufende Präsidentschaftswahlkampf sieht vermutlich die letzten klassischen TV-Debatten (Duelle sagt man hier nicht), und bereits in den primaries des Frühjahres begann das Fernsehformat zugunsten interaktiver Elemente und Versuchsballons aufzuweichen. Die vier im September und Oktober angesetzten Debatten werden voraussichtlich eine Verschärfung dieses Trends zeigen, besonders deutlich wird dies am Beispiel der „Second Presidential Debate“ am 7. Oktober – hier wurde bereits eine educational partnership mit myspace.com eingerichtet, um die Diskussion (ein Townhall-Format) innovativ „ins Internet zu übertragen“.

Electronic Voting – ein Dauerthema auch in den USA, wobei am Standort Kalifornien in diesem Jahr eine Konkurrenz zwischen e-voting und absentee voting zu beobachten ist. Aufgrund der z.T. massiven Sicherheitslücken und diverser Pannen hat die zuständige Wahlbehörde in Sacramento Auflagen für den Einsatz von Wahlgeräten verabschiedet, die vermutlich zu einem Rückgang der Elektronifizierung der Wahllokale führen werden. Allerdings: gleichzeitig findet eine groß angelegte Kampagne für die Briefwahl statt – bei der jedoch auch eine automatisierte Auszählung stattfindet. Befeuert wird die Diskussion durch den Start eines Dokumentarfilms, der offenbar in der Michael Moore-Tradition steht: Stealing America – Vote by Vote (unverkennbar sind aber auch Anleihen beim Klassiker Hacking Democracy). (Update: gerade gesehen – passend zum Thema ist Hacking Democracy für Oktober/November auf HBO angekündigt.)

Zu diesen drei, vermutlich aber auch anderen Segmenten aus dem US-amerikanischen Wahlkampf gibt es in den kommenden Wochen Beiträge auf verschiedenen Kanälen, zum Teil hier im Blog, gelegentlich auch drüben bei den Blogpiloten, bei politik-digital evtl. auch anderswo. Kleinere Infobites werden getwittert.

Stay tuned, keep following.

Die USA wählt (digital)

Mittwoch, 27. Februar 2008

Terminhinweis: Die Politics Online Conference in Washington, DC (4./5. März) befasst sich mit dem aktuellen Stand der politischen Nutzung des Internet, vor allem darum geht es:

„The Politics Online Conference sits at the intersection of smart politics, good governance, transparent democracy, and innovative technology, spotlighting tools, applications, strategies, and ideas that affect a range of functions, from writing policy to organizing democratic movements to running a smarter political campaign to building dialogue with your constituents.“

So kann man das sagen.